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„Nachhaltiges Bauen von Gebäuden“ trotz einer hohen Zahl an „grauen Emissionen“

„Nachhaltiges Bauen von Gebäuden“ trotz einer hohen Zahl an „grauen Emissionen“ - geht das überhaupt?


Mit dieser Frage haben wir uns einmal intensiver auseinandergesetzt. Im folgenden Beitrag werden wir einen Blick auf die Potenziale, die durch nachhaltiges Handeln bereits in der Planung und später in der Ausführung von Gebäuden entstehen können. Dabei soll aus Vereinfachungsgründen nicht zwischen Wohn- und Nichtwohngebäuden unterschieden werden. Die größten Einsparungen an Emissionen können durch die Reduzierung von „Grauen Emissionen“ in der Bauwirtschaft erzielt werden.


Der Bausektor ist für ein beachtliches Maß am Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich. Bis 2045 dürfen „nur“ noch 240 Mio. t CO² an „grauen Emissionen“ gemäß Pariser Klimaabkommen von 2015 zur Erreichung des 1,5 °C Ziels ausgestoßen werden. Dieser Wert wird jedoch angesichts der aktuellen Situation um ein Vielfaches überschritten.

Doch zunächst stellt sich die Frage: „Was sind graue Emissionen?“. In der Literatur gibt es dazu mehrere Definitionen, die im Wesentlichen die auftretenden Emissionen bei der Herstellung, dem Transport und der Lagerung bis hin zur Entsorgung erfassen. Damit wird auch die Vielzahl an Produktionsschritten und Vorprodukten betrachtet, welche zum Beispiel in einem Gebäude zusammengeführt werden.


Mit Blick auf die zukünftigen Anforderungen und dem sich gleichzeitig Verschärfen der Regularien in Bezug auf nachhaltiges Bauen müssen zwingend die „grauen Emissionen“ gesenkt werden.


Dazu gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, die bereits mit der Planung von Gebäuden starten. Grundsätzlich sollte immer geprüft werden, wie ein Gebäude nicht nur nachhaltig und kosteneffizient betrieben, sondern wie es auch nachhaltig und standortoptimiert errichtet werden kann. Hier spielt die Lokalität und die Nutzung von in der Nähe befindlichen alternativen Rohstoffen und Handwerksfirmen eine Rolle. Auch die klimatischen Einflüsse wie Wind, Sonne, Wasser und z. B. die Bodenbeschaffenheit für Geothermie sind dabei von großer Bedeutung. Ebenso sollte geprüft werden, wie die Transportwege so gering wie nur möglich umzusetzen sind. Weltweit wird ca. 18 % der weltweit entstehenden CO²-Emissionen dem Transport und der Verarbeitung von Baumaterial zugeschrieben.


Ein großer Hebel zur Reduzierung von grauen Emissionen, bei der Errichtung von Gebäuden, ist die Optimierung der Gebäudekonstruktion. Ca. 50-70 % der gesamten grauen Emissionen bei der Gebäudeerrichtung können der Bauwerkskonstruktion, meist Stahl und Beton, zugeschrieben werden. Allein durch eine optimierte Baukonstruktion bzw. Bauteiloptimierung kann der Materialeinsatz bereits verringert werden. Beispielsweise kann durch die Nutzung von Kassettendecken statt herkömmlicher Betonflachdecken Material und damit Emissionen eingespart werden. Ein weiteres Beispiel kann auch die Nutzung von Gradientenbeton und der damit gezielte Einsatz von Hohlräumen in Betonflachdecken, die nicht statisch voll genutzt werden. Einhergehend mit den genannten Materialeinsparungen in den Zwischendecken kann weiter eine Reduktion der vertikalen Lastabtragungselemente und eine Verringerung von Bewehrungsstahl im Deckensystemen erzielt werden. Studien zufolge ist es so möglich im „Bauen von Morgen“ Einsparungen von bis zu 20 % allein durch diese Maßnahmen zu erreichen.


Nicht nur die Optimierung von Konstruktionen, sondern auch die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen, wie etwa Recyclingbeton, sollten bei der Planung berücksichtig werden. Die gänzliche Substitution von Stahl oder Beton ist nur in begrenzten Fällen möglich. Trotzdem sollte, wo immer die Möglichkeit besteht, neben der Regionalität auch die Nutzung von Alternativrohstoffen geprüft werden, wie zum Beispiel Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Sind keine passenden alternativen Werkstoffe verfügbar oder einsetzbar, kann durch eine gezielte Auswahl von zertifizierten Herstellern mit „CSC-Zertifikat“, Produkte mit einer reduzierten grauen Emission bzw. geprüften Produktionsverfahren zum Einsatz kommen.


Vollumfängliche Zertifizierungsmaßnahmen werden dabei in Deutschland unteranderem DGNB – der Gesellschaft für nachhaltiges Bauen angeboten. Sie stellen Leitfäden für Planer und Bauherren bereit, damit entsprechende Nachhaltigkeitsziele aktiv in den Projekten umgesetzt werden können.

 

Wir sind zertifizierte DGNB-Consultants



PONE Solutions GmbH ist Mitglied im DGNB-Netzwerk und engagiert sich mit mehreren Mitarbeitern in diesem Bereich und berät Bauherren während der Planung und Ausführung von Bauprojekten. Im Rahmen unserer Strategie- und Klimaberatung arbeiten wir im Sinne des DGNB e.V. gemeinsam mit Ihnen an ökologischen, ökonomischen und sozialen Ansätzen, um Ihre Klimastrategie im Unternehmen zu entwickeln.

 

Quellen: Der Blogbeitrag ist in Anlehnung an die Ausführungen des DBV Heft 50/ Deutscher Born- und Bautechnik-Verein e.V. erarbeitet wurden.

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